{"id":15,"date":"2020-03-31T15:26:05","date_gmt":"2020-03-31T15:26:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thomaszindel.ch\/Wordpress\/?page_id=15"},"modified":"2024-09-25T12:42:11","modified_gmt":"2024-09-25T12:42:11","slug":"lebenslauf","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.thomaszindel.ch\/Wordpress\/","title":{"rendered":"Lebenslauf"},"content":{"rendered":"\n<p>Thomas Zindel<br>Salisstrasse 12<br>7000 Chur +41 79 310 40 31 \/ <a href=\"mailto:thomaszindel@gmx.ch\">thomaszindel@gmx.ch<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Thomas Zindel w\u00e4chst in Chur auf und besucht 1978 die Kunstgewerbeschule Z\u00fcrich. 1980 Aufenthalt in Berlin. Bis 1987 lebt Zindel an der Aquasanastrasse in Chur, wo er von 1982 bis 1984 zahlreiche Ausstellungen (<em>Aqua sana zeigt<\/em>) veranstaltet und eine Lithografie- und Radierwerkstatt betreibt. 1987 \u00fcbersiedelt Zindel nach Basel. 1991 Preis der Stiftung f\u00fcr graphische Kunst in der Schweiz. 1994 erh\u00e4lt er von der der Schweizerischen Bankgesellschaft ein Werkjahr und wird mit dem Manor-Kunstpreis Graub\u00fcnden ausgezeichnet. F\u00fcr die B\u00fcndner Kulturwerkstatt In Situ realisiert Zindel ab 1986 w\u00e4hrend rund zw\u00f6lf Jahren szenische Projekte und schafft B\u00fchnenbilder. 1995 h\u00e4lt sich Zindel f\u00fcr einen Arbeitsaufenthalt in Peyriac-de-Mer auf und arbeitet 1996\/1997 in der Cit\u00e9 internationale des arts in Paris. Ab 1998 lebt und arbeitet er wieder in Chur. 2002 Anerkennungspreis der Stadt Chur. 2011 Anerkennungspreis des Kantons Graub\u00fcnden. Zindel betreibt von 2015 bis Ende 2023 in Chur die Galerie\/Edition Z.<\/p>\n\n\n\n<p>Zindels Werk ist durch klar zu definierende Werkgruppen gepr\u00e4gt. Diese tragen bedeutungsschwere Titel wie&nbsp;<em>Scotts Reise zum S\u00fcdpol <\/em><em>(1983)<\/em>,&nbsp;<em>Marias Nachmittage <\/em><em>(1985) oder<\/em>&nbsp;<em>R.E.M<\/em>. <em>(Rapid Eye Movement) <\/em>(1989). Es geht in diesen Arbeiten um das Freilegen von Realit\u00e4ten hinter der Oberfl\u00e4chlichkeit der Dinge und um die Visualisierung psychischer Befindlichkeiten, um prek\u00e4re Situationen und Scheitern. Bei den mit heftigem Duktus geschaffenen Werken stehen existenzielle Grunderfahrungen wie Angst und Gef\u00e4hrdung, Einsamkeit und Suche, Gewalt und Verletzung, Eros und Tod im Zentrum. Nicht selten l\u00e4sst sich Zindel von Philosophen und Literaten anregen, etwa von Georges Bataille und dessen Theorie der Transgression, nach der nur das Spiel mit dem Widerspr\u00fcchlichen das Aufsp\u00fcren der Wahrheit erlaube.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Ende der 1980er Jahre wandelt sich die bildk\u00fcnstlerische Strategie. Die Besch\u00e4ftigung mit Jakob Michael Reinhold Lenz in Georg B\u00fcchners&nbsp;<em>Lenz<\/em><em> (<\/em>1836) f\u00fchrt zur Auseinandersetzung mit dem \u00abGebirg\u00bb und mit dem Menschen in seiner Beziehung zur zeitenthobenen Bergwelt. Die Werkgruppe <em>Peyriac de mer<\/em> (1995) weist mit den Motiven Krug und Amphore, Brot und Fisch einen sakralen Charakter auf. Mit der Bildreihe der&nbsp;<em>Filets <\/em><em>(1996\/1997)<\/em> und ihren gewebe- und geflechtartigen Strukturen l\u00e4sst Zindel die Figuration hinter sich und findet zu einer selbstreferenziellen Malerei, bei der die Farbe und die vage Andeutung zunehmend bedeutender werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In den 1990er Jahren werden Giottos Fresken in der Scrovegni-Kapelle in Padua zu einem wichtigen Bezugspunkt. Zindel treibt dabei die fundamentale Frage nach dem Wesen der Malerei um. Mit dem Verzicht auf jede Gegenst\u00e4ndlichkeit geht eine rigide Bildordnung einher: In die Linien und Kreisraster sind symboltr\u00e4chtige Farben wie Rot, Blau oder Gold eingeschrieben. Die meditative Ruhe und die numinose R\u00e4umlichkeit verleihen den Gem\u00e4lden eine Entr\u00fccktheit (<em>Noli me tangere<\/em><em>, 2005<\/em>). Bei den rasch aufeinander folgenden Werkgruppen wie&nbsp;<em>Stations of the Cross <\/em><em>(2007\/2008)<\/em>,&nbsp;<em>Adagio con anima <\/em><em>(2010)<\/em>,&nbsp;<em>Adagio ritenuto <\/em><em>(2011)<\/em>,&nbsp;<em>adagio sostenuto<\/em>&nbsp;(2012\/2013) oder&nbsp;<em>Tina<\/em>&nbsp;(2014) lotet Zindel die elementaren Eigenschaften der Malerei aus: Form und Farbe, Rhythmus und Ruhe, Fl\u00e4che und Raum, Einheit und Fragment, F\u00fclle und Leere. Hinter der geometrischen Stringenz geht es ikonologisch um Fragilit\u00e4t und Grenz\u00fcberschreitung, um Emotion und Bes\u00e4nftigung, um Klang und Meditation.<\/p>\n\n\n\n<p>Zindel wendet sich 2014 von der Malerei ab und schliesst diese im Fr\u00fchjahr 2016 mit der interdisziplin\u00e4ren Klang-, Bild- und Raumarbeit <em>Tec Nev,<\/em> einer Art Gesamtkunstwerk, im Theater Chur ab. Fortan widmet er sich seiner Galeriet\u00e4tigkeit. 2019 nimmt er die Malerei jedoch wieder auf, um seine Erfahrung von Welt weiter zu verarbeiten. Es entstehen die Werkgruppen <em>Territorien II<\/em> (2018), <em>Das Kleid f\u00fcr Tina <\/em>(2019) und <em>\u00abArchitektur spielen\u00bb <\/em>(2018\/2020). Das scheinbar arglose Spiel von Linien und Kreisen setzt sich wieder mit fundamentalen philosophischen, literarischen und wissenschaftlichen Ph\u00e4nomenen auseinander. Mit der 2022 begonnenen Werkgruppe <em>sogar\u2026<\/em> bezieht sich Zindel auf Marcel Duchamps <em>Die Neuverm\u00e4hlte\/Braut wird von ihren Junggesellen entkleidet, sogar <\/em>(auch bekannt unter dem Titel<em> Das Grosse Glas, <\/em>1915\u20131923).<\/p>\n\n\n\n<p>Werke in institutionellen Sammlungen (Auswahl): Chur, B\u00fcndner Kunstmuseum; Chur, Graub\u00fcndner Kantonalbank; Chur, Fundaziun Capauliana; Z\u00fcrich, Graphische Sammlung ETH.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Beat Stutzer: \u00abThomas Zindel\u00bb. In: SIKART\u00a0<br><em>Lexikon zur Kunst in der Schweiz<\/em>, 2024 (erstmals publiziert 1998).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas ZindelSalisstrasse 127000 Chur +41 79 310 40 31 \/ thomaszindel@gmx.ch Thomas Zindel w\u00e4chst in Chur auf und besucht 1978 die Kunstgewerbeschule Z\u00fcrich. 1980 Aufenthalt in Berlin. 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